Wollpflege: So übersteht dein Strickpullover zehn Winter

Gefaltete Nuvery Strickpullover aus Wollmix auf einem Holztisch

Ein guter Wollpullover ist kein Verbrauchsartikel. Richtig behandelt wird er mit den Jahren besser: weicher, ruhiger in der Farbe, geformt von dem, der ihn trägt. Falsch behandelt ist er nach einem Winter durch. Der Unterschied liegt in vier Gewohnheiten.

Weniger waschen, mehr lüften

Wolle reinigt sich weitgehend selbst. Die Faser nimmt Gerüche kaum an und gibt sie an der Luft wieder ab. Ein Pullover, der einen Tag getragen wurde, braucht keine Wäsche, sondern eine Nacht auf einem Bügel am offenen Fenster oder über einer Stuhllehne. Als Faustregel: Waschen erst nach fünf bis acht Tragetagen, oder wenn er wirklich schmutzig ist.

Wenn waschen, dann so

  • Kalt oder maximal 30 Grad, im Wollprogramm oder von Hand.
  • Ein Wollwaschmittel ohne Enzyme. Normales Waschmittel greift die Faser an.
  • Auf links drehen, nicht mit anderen Teilen zusammen in die Trommel.
  • Nie in den Trockner. Nie auswringen.
  • Flach auf einem Handtuch in Form legen und trocknen lassen. Auf dem Bügel zieht sich nasser Strick in die Länge.

Wer sich das Ausformen sparen will, legt den Pullover vor dem Waschen kurz auf ein Handtuch und merkt sich Schulterbreite und Länge. Nach dem Waschen wird er wieder auf dieses Maß gezogen.

Pilling ist normal, und behebbar

Die kleinen Knötchen, die sich unter den Armen und an den Seiten bilden, sind kein Qualitätsmangel. Sie entstehen durch Reibung, vor allem in den ersten Wochen, wenn lose Faserenden an die Oberfläche kommen. Ein Strickkamm oder ein Fusselrasierer mit niedriger Stufe entfernt sie in zwei Minuten. Danach wird es weniger. Ein Pullover, der einmal entpillt wurde, bleibt meist lange ruhig.

Lagern: gefaltet, dunkel, mit Zeder

Über den Sommer gehört Strick nicht auf den Bügel, sondern gefaltet ins Regal oder in eine Box. Motten mögen dunkle, ungestörte Ecken und Wolle, in der noch Hautfett oder Essensreste sitzen. Deshalb: vor dem Einlagern einmal waschen, dann trocken und dunkel lagern, ein Stück Zedernholz dazu. Lavendel geht auch, muss aber alle paar Monate erneuert werden.

Was du dem Pullover nicht antun solltest

Warmes Wasser, der Trockner, Weichspüler, Bügeleisen ohne Dampf und direkte Sonne beim Trocknen. Alles davon macht die Faser spröde oder verfilzt sie. Ein verfilzter Wollpullover lässt sich nicht retten.

Das alles klingt nach mehr, als es ist. In der Praxis heißt es: lüften statt waschen, kalt statt warm, liegen statt hängen. Dafür hast du einen Pullover, der in zehn Jahren noch der ist, den du jeden Winter wieder herausholst.